Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich!

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(Photo: iStockphoto)

Liebhaber ganz spezieller Musik werden natürlich sofort den wundervollen Titel von Max Raabe und seinem Palastorchester erkannt haben (https://www.youtube.com/watch?v=gq4DaMxsOUw). Weitaus weniger wundervoll ist es, buy dass der Titel durchaus Chancen hat, generic zur Hymne einer Vielzahl von Vertrieblern zu werden – und nicht nur dann, wenn es um Inbound Business geht!

Derzeit beschäftige ich mich mit etwas kniffligeren Partner Recruitment-Projekten. Um ganz bestimmte Themen zu promoten, mich der sehr speziellen Zielgruppe face to face bekannt zu machen und letztlich um die unvermeidlichen Cold Calls vorzubereiten und zu flankieren, quasi zu luke-warm Calls zu machen, wollte ich in den relevanten Xing-Foren einige Beiträge posten.

Und da habe ich es gesehen: die allermeisten Diskussionen finden keinerlei Beachtung, haben keine Leser, regen zu keinen Beiträgen an, stimulieren keinen Dialog, wecken weder persönliche Neugier noch professionelles Interesse, kein Feedback – keine Wirkung! Nicht ganz: zumindest hat dieses Phänomen mein professionelles Interesse geweckt.

Was ist denn eigentlich los mit den Sozialen Netzwerken, dem Hort der Information, Kommunikation und des Dialogs zwischen Interessierten und Kompetenten? Auf den ersten Blick offensichtlich nichts mehr!

Der gute Herr Litfaß und seine gleichnamige Säule??

Erst auf den zweiten Blick offenbart sich ein Muster: tote Hose war ziemlich eindeutig mit uninteressanten Beiträgen uninspirierten Vertriebsmitarbeiter verbunden. Schon die Headlines strotzten vor marktschreierischen Verkaufsplattituden! Keine Information für den Suchenden, nichts, was Neugier weckt oder Interesse erzeugt, nichts, was für eine Entscheidung oder Problemlösung irgendeinen Beitrag leisten könnte.

So gesehen ist das Soziale Netzwerk zu einer (anti-) sozialen Litfaßsäule oder einem elektronischen Ständer für Werbebroschüren degeneriert. Spam hat die Social Networks erobert – und der Vertrieb hat mal wieder den Ast abgesägt, auf dem er sitzt.

Und trotzdem kann ich nur eines sagen:

Geht in die Sozialen Netzwerke und schreibt soviel wie möglich!??

Das ist überhaupt kein Widerspruch, sondern eine wohlüberlegte Taktik! Wir alle wissen, wie bedeutend Content Marketing geworden ist. Wie wichtig Informationen für Partner und Endkunden sind, wenn sie sich auf Ihrer Entscheidungs-Journey befinden. Wir erleben jeden Tag, wie angenehm es ist, wenn einem die Person, die einen anruft oder anschreibt, aus einem Beitrag schon persönlich bekannt ist. Wir wissen auch, dass Soziale Netze bis dato ohne echte Alternative sind.?Die Entscheider tummeln sich nämlich in den Sozialen Netzen. Sie gehen auf (interessante) Beiträge. Sie beteiligen sich an guten und gut geführten Diskussionen. Sie nehmen Anregungen auf. Sie geben ihre Einschätzungen ab. Sie offenbaren ihre Interessen. Sie lassen sich beeinflussen! Kurz: sie geben uns die Gelegenheit, aktiv an ihrer Journey teilzuhaben. Nicht alle sind aktiv, aber viele. Man muss es nur richtig machen!

Ach ja – ich hatte ja erwähnt, dass ich zu einem bestimmten Zweck Beiträge in ein paar Foren schrieb. Hier meine eigene Social Network-Statistik:

  • in 4 Wochen über 650 Fachleser
  • der Peak von ca. 300 Lesern in einem Forum nach 6 Tagen
  • 23 aktive Beiträge, die alle umfangreich und wohldurchdacht waren
  • zahlreiche Ver-Xing-ungen mit Partnern und Endkunden als Basis für einen Call oder eine Nachricht
  • 3 neue, von Endkunden angeregte Projektideen
  • 2 konkrete Partnerschaftsanfragen?-
  • 2 konkrete Endkundenleads von Suspect-Qualität
  • 1 Evaluierung, in die wir noch reingerutscht sind
  • 1 „Hot Call“: O-Ton CEO “ Wie gut, dass es Xing gibt!“

 

Es ist natürlich nicht mein alleiniger Verdienst. Das Thema muss stimmen, das Zeitfenster muss passen, etwas Glück gehört auch dazu – vor allem aber muss ein guter Kontrast her! Und da bekommen unsere uninspirierten Vertriebler taktische Bedeutung: denn nichts lässt einen selber strahlender und schillernder erscheinen, als das graue Einerlei der Anderen als Hintergrund. Danke nochmals für eure Mitwirkung!

Und an die Skeptiker unter uns: Ich freue mich, wenn mein heutiger Beitrag Sie ermutigt hat, die schon oft totgeglaubten Sozialen Netzwerke wieder als taktisches Medium für Vertrieb und Content-Marketing in Betracht zu ziehen.

Für mehr Informationen und einen regen Meinungsaustausch stehe ich jederzeit bereit!

Beste Grüße und empfehlen Sie mich ungehemmt weiter!

Ihr Michael Nowarra

 

Bildnachweis: iStockphoto

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